Asozial und Sozial – Was ist der Unterschied?

Der Hauptunterschied zwischen asozial und sozial

ist:

“asozial”: nicht fähig oder nicht willig, in einer Gemeinschaft zu leben und einer solchen Gutes zu tun
“sozial”: die Gesellschaft betreffend, menschliches Miteinander betreffend

asozial

sozial

Adjektiv

  • nicht fähig oder nicht willig, in einer Gemeinschaft zu leben und einer solchen Gutes zu tun

Synonyme

  • gemeinschaftsfeindlich, gemeinschaftsfremd, gemeinschaftsunfähig, unsozial, dissozial

Gegenwörter

  • prosozial (Altruismus)
  • sozial

Unterbegriffe

  • egoistisch

Charakteristische Wortkombinationen

  • Egoist, asozialer Mensch

Wortbildungen

  • Asozialer (→ Assi), Asozialität

Beispiel

  • „Soziale Fragen löst man, indem man asozialen Fragern den Lebensraum entzieht.“

Adjektiv

  • die Gesellschaft betreffend, menschliches Miteinander betreffend
  • hilfsbereit, mitmenschlich denkend

Sinnverwandte Wörter

  • gesellschaftlich
  • barmherzig, gemeinnützig, karitativ, mildtätig, mitmenschlich, selbstlos, uneigennützig, wohltätig

Gegenwörter

  • dissozial
  • antisozial, asozial, unsozial

Unterbegriffe

  • neosozial, ökosozial
  • nationalsozial

Charakteristische Wortkombinationen

  • mit Adjektiv: sozial ausgewogen, sozial schwach
  • mit Substantiv: soziale Bewegung, sozialer Brennpunkt, soziale Entwicklung, sozialer Fortschritt, die soziale Frage, soziale Gerechtigkeit, die soziale Idee, soziale Lasten, soziale Marktwirtschaft, soziale Probleme, soziale Regelung, soziale Sicherheit, soziale Sicherung, soziale Sicherungssysteme, soziale Situation , soziales Umfeld , soziale Verhältnisse, sozialer Wohnungsbau
  • mit Verb: (etwas) sozial abfedern, jemanden sozial abhängen, jemanden sozial absichern, jemanden sozial benachteiligen
  • in erweiterter Kombination: es besteht ein soziales Gefälle, mit sozialen Missständen aufräumen, eine soziale Politik machen
  • mit Substantiv: sozialer Beruf, soziale Dienste, soziales Engagement, freiwilliges soziales Jahr, soziale Kompetenz
  • mit Adjektiv: sozial engagiert (sein), sozial kompetent (sein)
  • mit Verb: sich sozial engagieren

Wortbildungen

  • :Adjektive/Adverbien: sozialdemokratisch, sozialliberal, sozialverträglich
  • :Substantive: Sozialabgabe, Sozialamt, Sozialausgabe, Sozialdemokrat, Sozialdemokratie, Sozialdoktrin, Sozialenzyklika, Sozialethik, Sozialgefüge, Sozialgesetz, Sozialgesetzgebung, Sozialhilfe, Sozialisierung, Sozialismus, Sozialkontakt, Sozialkürzung, Sozialkritik, Soziallast, Soziallehre, Sozialleistung, Sozialpädagoge, Sozialpädagogik, Sozialpartner, Sozialpartnerschaft, Sozialpfleger, Sozialphilosophie, Sozialplan, Sozialpolitik, Sozialprestige, Sozialprodukt, Sozialpsychiatrie, Sozialpsychologie, Sozialstation, Sozialstruktur, Sozialstudie, Sozialtourismus, Sozialwohnung
  • :Verb: sozialisieren

Beispiel

  • Der Stadtteil ist ein sozialer Brennpunkt, es existieren dort gesellschaftliche Probleme.
  • Bei der Stadtplanung sind soziale Belange zu berücksichtigen.
  • Krankheit, Pflegebedürftigkeit und Alter sind soziale Risiken, die von der Sozialversicherung abgedeckt sind/werden (Versicherungsfälle der Sozialversicherung).
  • Hier herrscht eine soziale Katastrophe und eine humanitäre Krise.
  • Die soziale Frage entscheidet über den Erfolg des Friedens in Kolumbien.
  • Mexikos Regierung reagierte auf einen neuen Tweet von US-Präsident Trump zum NAFTA-Abkommen mit den Worten: In sozialen Netzwerken führe man keine Verhandlungen.
  • Im angeblich “langsamen” Teil Europas ändert sich das Leben rasant schnell. Viele Menschen werden dabei sozial abgehängt.
  • Die Stadt Wien setzt seit Jahrzehnten auf soziales Wohnen. Das sogenannte Wiener Modell ist international anerkannt, eine Erfolgsgeschichte vom gerechten Wohnen.
  • Das reiche Deutschland leistet sich eine soziale Schieflage, in der jedes Jahr wieder eine neue Schicht Bildungsverlierer heranwächst – mit entsprechend hoher sozialer Sprengkraft, denn Bildung bedeutet Teilhabe, Glück und wirtschaftliches Auskommen.
  • Wer eine Jamaika-Koalition befürwortet, sollte wissen, was das bedeutet: nämlich den Abschied von der sozialen Komponente in der Politik.
  • Sie ist sehr sozial (hilfsbereit).
  • Seine Art und Weise ist nicht sehr sozial!
  • Die Altenpflegerin übt einen sozialen Beruf aus.