Attribut und Apposition – Was ist der Unterschied?

Der Hauptunterschied zwischen Attribut und Apposition

ist:

“Attribut”: beifügung in einem Satzglied
“Apposition”: sprachwissenschaft Beistellung im Satzglied, die meistens im gleichen Kasus wie das Bezugsnomen steht und auf den gleichen Sachverhalt, die gleiche Person oder Ähnliches verweist. Sie kann auch abweichend vom Bezugsnomen im Nominativ stehen.

Attribut

Apposition

Substantiv

  • (weglassbare) Beifügung in einem Satzglied
  • gehoben: Charakteristik, auffällige Eigenschaft von etwas

Synonyme

  • Attributivum, Beifügung, Epithetom
  • Abzeichen, Besonderheit, Charakteristikum, Charakterzug, Eigenart, Eigenschaft, Eigentümlichkeit, Kennzeichen, Spezifikum, Wesensmerkmal, Wesenszug

Gegenwörter

  • Apposition

Oberbegriffe

  • Satzgliedteil

Unterbegriffe

  • Genitiv-Attribut
  • Geschmacksattribut, Gefühlsattribut, Geruchsattribut, Gleichgewichtsattribut, Hörattribut
  • Abweichungsattribut

Charakteristische Wortkombinationen

  • adjektivisches Attribut, nominales Attribut

Wortbildungen

  • Attribution, attributiv, Attributsatz

Beispiel

  • Im Beispiel „der kleine Bach“ ist „kleine“ das Attribut zu „Bach“.
  • „Zur Blockbildung kommt es dann, wenn ein oder mehrere Attribute ein Satzglied ausweiten.“
  • „Und deshalb ist das Attribut an das Satzglied angehängt, in dem dieses Bezugsnomen steht.“
  • Der Schlüssel ist ein Attribut von Petrus, da er immer wieder in dessen Darstellungen auftaucht.
  • „Seine Frau, aus modischen Attributen zusammengesetzt, wovon ihr der Bubikopf noch am natürlichsten stand, auf eine andere Art leicht als Fräulein Rahm, war gutbürgerlicher Herkunft, aber ohne Penetranz.“
  • „In der Literatur des Zweiten Weltkriegs wurden die Attribute des Heldenkults früherer Zeiten noch überhöht.“

Substantiv

  • Sprachwissenschaft (weglassbare) Beistellung im (nominalen, …) Satzglied, die meistens im gleichen Kasus wie das Bezugsnomen steht und auf den gleichen Sachverhalt, die gleiche Person oder Ähnliches verweist. Sie kann auch abweichend vom Bezugsnomen im Nominativ stehen. (Viele Linguisten betrachten Appositionen als eine Sonderform des Attributs; sie verhalten sich aber syntaktisch anders.)
  • Biologie „Anlagerung von Substanzen (z.& B. Dickenwachstum pflanzlicher Zellwände oder Anlagerung von Knochensubstanz beim Aufbau der Knochen)“
  • Medizin „Auflagerung, Aufbau, Anlagerung (z.& B. von Knochensubstanz beim Aufbau der Knochen)“

Synonyme

  • Beisatz, Beistellung, Zusatz

Gegenwörter

  • Attribut
  • Intussuszeption

Oberbegriffe

  • Grammatik, Syntax, Satzgliedteil

Unterbegriffe

  • enge Apposition, lockere Apposition, lose Apposition, weite Apposition
  • Appositionsthrombose

Wortbildungen

  • appositiv

Beispiel

  • „Herr Meier“, „Professor Meier“ sind Beispiele für enge Appositionen.
  • „Karl der Große“, „Peter, mein Freund“ sind Beispiele für weite Appositionen.
  • „Ilse, die neue Schülerin in der Klasse“ ist ein weiteres Beispiel für eine weite Apposition.
  • „Es rieselte vom Himmel herunter, und die Esel, der Führer und ich, dies ist keine Apposition, waren schon naß, als wir aus dem Dorf herauskamen.“ (Tucholsky: Von Barèges bis Arreau, GW Bd. 5, S. 103.)
  • „Ich mische unartikulierte Töne ein, ziehe die Verbindungswörter in die Länge, gebrauche auch wohl eine Apposition, wo sie nicht nötig wäre, und bediene mich anderer, die Rede ausdehnender, Kunstgriffe, zur Fabrikation meiner Idee auf der Werkstätte der Vernunft, die gehörige Zeit zu gewinnen.“ (Heinrich von Kleist: Über die allmähliche Verfertigung der Gedanken beim Reden.)
  • „Apposition: Beisatz, Erklärungszusatz, Nebensatz“
  • „Synchron hat man die Verbindung RN + FN ebenfalls als Apposition gesehen.“
  • „Die aus Protopectin bestehende Mittellamelle, die benachbarte Zellen als Interzellularsubstanz miteinander verbindet, bildet sich bei der Zellteilung aus der Zellplatte. Die Primärwand wird von den Tochterzellen zu beiden Seiten der Mittellamelle angelagert (Apposition), noch ehe die Zellplatte ganz fertig ist.“
  • Beispiele fehlen