Glauben und Wissen – Was ist der Unterschied?

Der Hauptunterschied zwischen Glauben und Wissen

ist:

“Glauben”: religiöses Bekenntnis, Religion
“Wissen”: kenntnis und Verständnis von Fakten, Wahrheiten und Informationen

Glauben

Wissen

Substantiv

  • religiöses Bekenntnis, Religion
  • sicheres Dafür-Halten; eine unbewiesene Überzeugung

Beispiel

  • „Eine Religion ist ein System menschlicher Werte und Normen, das auf dem Glauben an eine übermenschliche Ordnung basiert.“
  • „Warum soll man den offiziellen chinesischen Zahlen über Infizierte und Verstorbene Glauben schenken, wenn die Behörden nicht einmal den Tod eines Arztes gleich zugeben können? Ist am Ende alles doch noch viel schlimmer, als bisher verkündet wurde?“

Substantiv

  • Kenntnis und Verständnis von Fakten, Wahrheiten und Informationen

Synonyme

  • Beschlagenheit, Bildung, Durchblick, Einblick, Einsicht, Erfahrung, Erkenntnis, Horizont, Kenntnis, Know-how, Kompetenz, Kunde, Orientierung, Reife, Routine, Überblick, Übersicht, Überzeugung, Verständnis, Verstehen, Weisheit, Weitblick, Weitsicht, Weltgewandtheit

Gegenwörter

  • Halbwissen, Können, Pseudowissen, Scheinwissen, Unwissen, Unwissenheit

Oberbegriffe

  • Information, Daten

Unterbegriffe

  • Allgemeinwissen, Alltagswissen, Anwendungswissen, Basiswissen, Berufswissen, Bescheidwissen, Bücherwissen, Computerwissen, Detailwissen, Einzelwissen, Elementarwissen, Expertenwissen, Fachwissen, Faktenwissen, Führungswissen, Geheimwissen, Gelehrsamkeit, Geschichtswissen, Gewissen, Grundlagenwissen, Grundwissen, Herrschaftswissen, Insiderwissen, Kontextwissen, Lehrbuchwissen, Menschenrechswissen, Menschheitswissen, Mitwissen, Praxiswissen, Prüfungswissen, Sachwissen, Schulwissen, Spezialwissen, Standardwissen, Systemwissen, Täterwissen, Verkehrswissen, Vorherwissen, Vorwissen, Weltwissen, Zukunftswissen

Charakteristische Wortkombinationen

  • abgeleitetes Wissen, allumfassendes Wissen, begrenztes Wissen, breites Wissen, eingehendes Wissen, enormes Wissen, formales Wissen, semi-formales Wissen, nicht-formales Wissen, fundiertes Wissen, gelerntes Wissen , gesammeltes Wissen, oberfächliches Wissen, profundes Wissen, theoretisches Wissen, überliefertes Wissen, überliefertes Wissen, umfangreiches Wissen, umfassendes Wissen
  • nach bestem Wissen, ohne (jedes) Wissen, ohne jemandes (=mein, sein, …) Wissen, wider besseres Wissen
  • Wissen aufnehmen, nach Wissen dürsten, Wissen erlangen, Wissen erwerben, Wissen verbreiten, über Wissen verfügen, jemandem Wissen vermitteln, Wissen weitergeben (an)

Wortbildungen

  • :Adjektive: wissbegierig, wissensbasiert, wissensdurstig, wissenshungrig, wissenswert
  • :Wissenschaft, Wissensdrang, Wissensdurst, Wissenslücke, Wissensstand, Wissenstransfer, Wissensvermittlung, Unwissenheit
  • :technisch; Informatik und Wissensmanagement: Wissenrepräsentation (auch Wissensdarstellung), Wissensinfrastruktur, Wissenskonstruktion, Wissensmodellierung, Wissensorganisation, Wissenssoziologie, Wissensverarbeitung, wissenbasiertes System
  • :Verb: wissen

Beispiel

  • Das Wissen der Menschheit über ihre Umwelt wächst.
  • „Das Motorfliegen erfordert ein beträchtliches navigatorisches Wissen und Können bzw. vestibuläre Belastbarkeit, Raumorientierungsvermögen und ein feinmotorisches Gespür für den Umgang mit der Maschine.“
  • „Die postmoderne Machart des Albums täuscht zugleich ein wenig über Manu Chaos Anliegen hinweg. In einer Zeit, in der Musik als Datensatz in Sekundenschnelle um den Globus geschickt werden kann und Ortslosigkeit immer mehr zum typischen Produktionsprinzip gerät, pocht er noch ganz altmodisch auf die Echtheit der Erfahrung – im ursprünglichen Sinne des Wortes: als durch Fahrten erlangtes Wissen. Anders reisen: Ein gutes Stück Interrail-Romantik schwingt dabei immer mit.“
  • „Zum Wachstum des Wissens geistern immer wieder abenteuerliche Behauptungen durch die Medien. “Alle fünf Jahre verdoppelt sich das Wissen der Menschheit” und “Zwischen dreieinhalb und fünf Jahren dauert es heute, bis das Wissen der Menschheit von den jeweils neuen Erkenntnissen völlig überholt wird”, hieß es etwa in der Süddeutschen Zeitung. Hätte diese “Explosion des Wissens” tatsächlich von 1992 bis 1996 genausoviel Wissen produziert wie von Adam und Eva bis 1991, dann wäre die Vermittlung von konkretem Wissen in Schule und Universität praktisch sinnlos. Zum Glück verläuft die reale Entwicklung wesentlich langsamer.
  • :Die These vom kurzfristigen Verfall allen Wissens unterstützt den zu Fatalismus und Beliebigkeit tendierenden Zeitgeist bei permanenter Umwälzung des Wissens erübrigt sich die fundierte Auseinandersetzung mit den Ergebnissen der Wissenschaft. Dies zeigt sich auch in der Beliebtheit von Relativitäts- und Chaostheorie, deuten deren Namen doch scheinbar darauf hin, daß nichts mehr sicher und alles möglich ist.“
  • „Allerdings war das Wissen über die korrekte Anwendung von Antibiotika äußerst lückenhaft: So glauben 65 Prozent, dass Antibiotika gegen Erkältungen und Schnupfen helfen – dabei richten solche Medikamente gegen Viruserkrankungen nichts aus und helfen nur gegen bakterielle Infektionen.“
  • „Wie stets, wenn das Wissen versagt, wuchern Gerüchte.“