Mitvergangenheit und Vergangenheit – Was ist der Unterschied?

Der Hauptunterschied zwischen Mitvergangenheit und Vergangenheit

ist:

“Mitvergangenheit”: erste Vergangenheit
“Vergangenheit”: nur Singular; allgemein: Zeitabschnitt, der zurückliegt

Mitvergangenheit

Vergangenheit

Substantiv

  • erste Vergangenheit

Synonyme

  • Präteritum, Imperfekt

Oberbegriffe

  • Tempus

Beispiel

  • „Wenn der Disziplinarbeschuldigte weiters vorbringt, dass der Vorwurf, er hätte mit keinem Wort erwähnt, dass die Aktion bereits abgeblasen war, falsch sei, da er im Leserbrief die Mitvergangenheit verwendet habe (…), so ist dem Folgendes zu erwidern: Zwar trifft die Verwendung der Mitvergangenheit zu, daraus kann für den Leser der Zeitung jedoch nicht abgeleitet werden, ob die Aktion nunmehr beendet ist oder ob diese weitergeht und sich der Leserbriefschreiber lediglich auf die bis dahin eingehobenen Gelder bezieht (im zweiteren Fall wäre naturgemäß auch die Mitvergangenheit zu verwenden gewesen).“

Substantiv

  • nur Singular; allgemein: Zeitabschnitt, der zurückliegt
  • Linguistik: Tempus, das anzeigt, dass die Handlung in der Vergangenheit stattgefunden hat
  • nur Singular: das im Leben einer Person Erlebte und insbesondere Getane und Gesagte (also das von anderen Wahrgenommene)

Synonyme

  • das Vergangene, Frühere
  • Präteritum
  • Vorleben, Vita, Lebenslauf, Geschichte, Jugend

Gegenwörter

  • Gegenwart, Zukunft; das Morgen
  • Präsens, Futur

Oberbegriffe

  • Ewigkeit, Zeitgerade
  • Zeit, Tempus, Konjugation

Unterbegriffe

  • Nazi-Vergangenheit (NS-Vergangenheit)
  • Vorvergangenheit
  • Stasi-Vergangenheit

Charakteristische Wortkombinationen

  • der Vergangenheit angehören
  • düstere, jüngste Vergangenheit
  • “siegte” ist eine Flexionsform für die Vergangenheit des Verbs “siegen”.
  • politische Vergangenheit, kriminelle Vergangenheit; eine brave Vergangenheit, eine bewegte Vergangenheit haben , eine schwierige Vergangenheit, eine turbulente Vergangenheit, eine üble Vergangenheit, eine wilde Vergangenheit

Wortbildungen

  • Vergangenheitsbewältigung
  • Vergangenheitsform

Beispiel

  • „Die Beschäftigung mit dem Totenreich der Vergangenheit ist sinnlos, wenn sie nicht der Sinngebung der lebendigen Gegenwart dient.“
  • In der Vergangenheit haben wir immer so gehandelt.
  • „Aber wer hinein sieht, blickt fast 1000 Jahre in die Vergangenheit.“
  • „Er machte sich darüber lustig, wie in dieser Stadt lieber die Vergangenheit nachgebaut als etwas Neues gewagt wird.“
  • Es gibt die erste, zweite und dritte Vergangenheit. Man nennt sie auch Imperfekt, Perfekt und Plusquamperfekt.
  • „Nur gut, daß auch die Engländer Dingwörter, Tätigkeits- und Eigenschaftswörter, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft hatten, genau wie wir.“
  • „Über manche Unsicherheit im Gebrauch von Vergangenheitsformen hilft uns hinweg, dass wir überwiegend das Perfekt, übrigens die mündlich inzwischen am meisten gebrauchte Form der Vergangenheit, benutzen.“
  • Jetzt, zurück in den Schwarzwald und zum Professor befördert, beichtet er den Medien seine wilde Vergangenheit.
  • „Doch ihre Vergangenheit holte sie auch diesmal ein.“
  • „Manchmal tut es gut, sich an die Vergangenheit zu erinnern, wenn einem die Gegenwart etwas grau erscheint.“