Ritual und Gewohnheit – Was ist der Unterschied?

Der Hauptunterschied zwischen Ritual und Gewohnheit

ist:

“Ritual”: gesamtheit festgelegter Bräuche
“Gewohnheit”: eine unter gleichartigen Bedingungen reflexhaft entwickelte Reaktionsweise, die durch Wiederholung stereotypisiert wurde und beim Erleben gleichartiger Situationsbedingungen wie “automatisch” nach demselben Reaktionsschema ausgeführt wird

Ritual

Gewohnheit

Substantiv

  • Gesamtheit festgelegter Bräuche
  • wiederholbare oder wiederholte Handlung, die nach eingeschliffenen oder vorgeschriebenen Regeln abläuft

Sinnverwandte Wörter

  • Kultordnung
  • Ritus, Zeremonie

Unterbegriffe

  • Licht-Ritual
  • Massenritual, Schimpfritual

Wortbildungen

  • :Ritualbad, ritualisieren, Ritualmord, rituell, Ritualspiel

Beispiel

  • Das kirchliche Ritual ändert sich nur selten.
  • „Eines der angestammten Rituale aller Kongresse, Konferenzen, Symposien und Seminare ist der Begrüßungscocktail am Vorabend des offiziellen Tagungsbeginns.“
  • In Geheimbünden ist ein Ritual üblich, mit dem der Kandidat in die Gruppe aufgenommen wird.
  • „Wenn man darüber nachdenkt, wie die Demokratie Zeremonien und Rituale entwickeln kann, die ihren Bürgern die Möglichkeit geben, sich mit ihr zu identifizieren, sollte eines nicht vergessen werden: Stil läßt sich schwerlich verordnen.“
  • „Von da an wiederholte sich das Ritual einmal im Monat.“
  • „Womit solche Meinungsmacher besonders im Eichsfeld häufig auf Granit beißen, denn dort liegen bei vielen Menschen die ererbten Rituale wie mit Stahlseilen vertäut in den Herzen.“
  • „Das archaisch anmutende Ritual soll eine Gemeinschaft der Eingeweihten schaffen.“

Substantiv

  • eine unter gleichartigen Bedingungen reflexhaft entwickelte Reaktionsweise, die durch Wiederholung stereotypisiert wurde und beim Erleben gleichartiger Situationsbedingungen wie “automatisch” nach demselben Reaktionsschema ausgeführt wird

Synonyme

  • Angewohnheit, Marotte, Eigenart, Gepflogenheit, Routine, Usus

Oberbegriffe

  • Verhalten

Unterbegriffe

  • Angewohnheit, Ausgehgewohnheit, Denkgewohnheit, Einkaufsgewohnheit, Ernährungsgewohnheit, Essgewohnheit, Gepflogenheit, Handelsgewohnheit, Jagdgewohnheit, Konsumgewohnheit, Lebensgewohnheit, Lüftungsgewohnheit, Schlafgewohnheit, Schreibgewohnheit, Sehgewohnheit, Spielgewohnheit, Trinkgewohnheit, Verbrauchsgewohnheit
  • Brauch, Marotte, Normativität,

Charakteristische Wortkombinationen

  • :zur Gewohnheit werden; aus Gewohnheit

Wortbildungen

  • :Adjektive: gewohnheitsgemäß, gewohnheitsmäßig
  • :Substantive: Gewohnheitsmensch, Gewohnheitsparade, Gewohnheitsrecht, Gewohnheitssache, Gewohnheitstier, Gewohnheitstrinker, Gewohnheitsverbrecher

Beispiel

  • Er hat schon aus Gewohnheit angefangen, sich auf japanisch zu entschuldigen.
  • „Die Nachtschwärmer ändern nichts an ihren Gewohnheiten, nur die Mafia lernt sehr schnell, sich auf den Handel mit harten Drogen umzustellen.“
  • „Das römische Recht hinderte die Germanen, alte Gewohnheiten auszuleben wie Blutrache und Beutezüge.“
  • „Aus alter Gewohnheit drückte er eine Zigarette in der Kaffeetasse des verfluchten Karlsson aus, bevor er mit finsterer Entschlossenheit die Treppenstufen zum Flur hinaufhastete.“