Sekte und Religion – Was ist der Unterschied?

Der Hauptunterschied zwischen Sekte und Religion

ist:

“Sekte”: religion, ursprünglich wertneutral, heute oft abwertend: von großen Religionsgemeinschaften abgelöste kleine Glaubensgemeinschaft
“Religion”: im weiten Sinne: kodifizierte und/ oder auf Überlieferung beruhende Kult-/Glaubenspraxis und -auslegung

Sekte

Religion

Substantiv

  • Religion, ursprünglich wertneutral, heute oft abwertend: von großen Religionsgemeinschaften abgelöste kleine Glaubensgemeinschaft

Sinnverwandte Wörter

  • Gesinnungsgemeinschaft, Splittergruppe

Unterbegriffe

  • Davidianer-Sekte

Wortbildungen

  • :Sektenanhänger, Sektenausstieg, Sektenbeauftragter, Sektenberatung, Sektenmitglied

Beispiel

  • Viele Jugendliche finden Aufnahme bei Sekten.
  • „Archie lag zwar bei Einzelheiten daneben, aber durch seine unerwartete Parabel lernte ich eine mächtige Sekte kennen, die immer noch viele Anhänger hat.”
  • „Ihr Land wurde von einem Dutzend anderer Länder zerbombt, es musste ein diktatorisches Regime, zwölf Geheimdienste und mehrere radikale religiöse Sekten ertragen, die alle bis an die Zähne bewaffnet waren.“
  • „Die Familie gehörte einer strengen Sekte an, in der der Vater der Protagonist war, wenn es darum ging, religiöse Dogmen in praktisches Alltagsverhalten umzusetzen.“

Deklinierte Form


Substantiv

  • im weiten Sinne: kodifizierte und/ oder auf Überlieferung beruhende Kult-/Glaubenspraxis und -auslegung
  • im engeren Sinne: Glaubenssystem mit metaphysischem oder transzendenten Inhalt (meist als Grundlage des Weltverständnisses und der Ethik)

Sinnverwandte Wörter

  • Glaube, Glaubensbekenntnis, Heilslehre, Konfession

Oberbegriffe

  • Glaubensgemeinschaft, Ideologie

Unterbegriffe

  • abrahamitische Religion, Hauptreligion, Naturreligion, Pseudoreligion, Staatsreligion, Weltreligion
  • Buddhismus, Hinduismus, Jediismus, Schintoismus
  • übertragen: UFO-Religion

Charakteristische Wortkombinationen

  • barbarische Religion, bestimmte Religion, friedliche Religion, gelebte Religion, heilige Religion, innerweltliche Religion, natürliche Religion, offenbarte Religion, tolerante Religion, verbreitetste Religion
  • abrahamitische Religion, atheistische Religion, biblische Religion, buddhistische Religion, christliche Religion, fernöstliche Religion, islamische Religion, jede Religion, jüdische Religion, katholische Religion, lutherische Religion, mohammedanische Religion, monotheistische Religion, mosaische Religion, muslimische Religion, orthodoxe Religion polytheistische Religion, protestantische Religion, zoroastrische Religion
  • :Religion angehören, Religion anschließen, Religion ausüben, Religion bekehren, Religion gebietet, Religion stiften, Religion übergetreten, Religion unterrichten, Religion unterweisen, Religion unterwiesen, Religion verbieten, Religion verbietet, Religion zugehörig
  • :keine Religion haben

Wortbildungen

  • :Adjektive/Adverbien: religionsfrei, religionsgeschichtlich, religionslos, religionsphilosophisch, religionspolitisch, religionssoziologisch, religionswissenschaftlich, religiös
  • :Substantive: Religionsausübung, Religionsbekenntnis, Religionsbuch, Religionsersatz, Religionsethnologie, Religionsfreiheit, Religionsfrieden, Religionsgemeinschaft, Religionsgeschichte, Religionsgesellschaft, Religionshistoriker, Religionsinstitut, Religionskampf, Religionskrieg, Religionskritik, Religionslehre, Religionslehrer, Religionsleitfaden, Religionsmündigkeit, Religionsphänomenologie, Religionsphilosoph, Religionsphilosophie, Religionspolitik, Religionspsychologie, Religionsrecht, Religionssoziologie, Religionsstifter, Religionsstreit, Religionsstunde, Religionstheologie, Religionsunterricht, Religionsverständnis, Religionsvergehen, Religionswechsel, Religionswissenschaft, Religionswissenschaftler, Religionszugehörigkeit, Religionszwang

Beispiel

  • „Wer heute von Religion oder Religionslehre spricht, kann dies nicht naiv-unbedacht tun. … Denn das Wort Religion scheint als Begriff in Mißkredit geraten zu sein. Will man es jedoch bei der Diskreditierung des Wortes Religion nicht bewenden lassen, wird man den Begriffsschwierigkeiten dieses Wortes nachgehen und eine philosophisch-theologische Begründung für die Weiterverwendung des Wortes bieten müssen.“
  • Jede Religion ist gut, die beste aber – die dümmste. (Papst Alexander VI.)
  • „Es war die Resignation eines Volkes, das durch die Jahrtausende von der eigenen Religion, durch Jahrhunderte von fremder Herrschaft entmündigt worden war.“
  • „Religion kann Trost spenden, sie kann Ruhe und Harmonie stiften.“
  • „So führt die Art und Weise der hier stattfindenden Diskussion über die Muslime erst dazu, sich selbst überhaupt als Muslim wahrzunehmen. Denn auch Menschen wie ich fühlen sich vor den Kopf gestoßen angesichts der Arroganz und Unverschämtheit, mit der über unsere Religion gesprochen und geurteilt wird. Für mich ist sie schließlich die Religion meiner Großeltern, die uns Werte vermittelt hat, die so schlecht nicht sein können. Nicht erst Europa hat aus ihrem Sohn, meinem Vater, einen aufgeklärten, liberalen, demokratischen Menschen gemacht. Das war er schon, bevor er nach Europa kam.“
  • „Fußball ist keine Religion, da seine Regeln nicht auf übermenschliche Gebote zurückgehen.“
  • „Eine Religion ist ein System menschlicher Werte und Normen, das auf dem Glauben an eine übermenschliche Ordnung basisert.“