Obsorge und Sorgerecht – Was ist der Unterschied?

Der Hauptunterschied zwischen Obsorge und Sorgerecht

ist:

“Obsorge”: sorgende Aufsicht über etwas oder jemanden, insbesondere über Kinder
“Sorgerecht”: recht, alle wichtigen Entscheidungen für Minderjährige zu treffen, das in der Regel den Eltern zusteht, durch Gerichtsbeschluss aber auch anderen Personen zugewiesen werden kann

Obsorge

Sorgerecht

Substantiv

  • sorgende Aufsicht über etwas oder jemanden, insbesondere über Kinder

Synonyme

  • Beaufsichtigung, Obhut, Sorgepflicht, Sorgerecht

Gegenwörter

  • Ignoranz, Pflichtverletzung, Vernachlässigung, Verwahrlosung

Oberbegriffe

  • Sorge

Unterbegriffe

  • Ernährung, Erziehung, gesetzliche Vertretung, Gesundheitsvorsorge, Pflege, Vermögensverwaltung

Charakteristische Wortkombinationen

  • :*alleinige, elterliche, erforderliche, gemeinsame, gerichtlich bestellte, gesetzlich vorgesehene, pflichtgemäße, verpflichtende, zugewiesene Obsorge
  • :*Obsorge ausüben, entziehen, übertragen, wahrnehmen, zusprechen
  • :*Einschränkung, Teilbereich, Übertragung, Vernachlässigung der Obsorge

Wortbildungen

  • :Obsorgerecht, Obsorgestreit

Beispiel

  • Disput gab es am Podium zur Frage, inwieweit die gemeinsame Obsorge sinnvoll ist.
  • Der dritte Teil enthält Neuerungen in verschiedenen Bereichen: Unterhaltsvorschussverfahren sollen beschleunigt, Stiefeltern in Patchwork-Familien in die Obsorge für die Kinder einbezogen, Diskriminierungen für Lebensgefährten beseitigt und Auslandsadoptionen sicherer gemacht werden.
  • Marek wünscht sich auch eine Besserstellung geschiedener Väter. Sie sollen, wenn es eine gemeinsame Obsorge gibt, auch dann Pflegeurlaub nehmen können, wenn sie nicht im gemeinsamen Haushalt wohnen.
  • Was etwa sollen sie unter “Bedarfsdeckungsgebieten” verstehen – unter “Obsorge” oder einer “Vergabung”?
  • Sei es, daß im Elternhaus die rechte Mischung zwischen elterlicher Obsorge und Selbstverantwortlichkeit gefehlt hat, oder sei es, daß das Elternhaus von Anfang an desolat war, der Kontakt zur Umwelt fehlte.

Substantiv

  • Recht, alle wichtigen Entscheidungen für Minderjährige zu treffen, das in der Regel den Eltern zusteht, durch Gerichtsbeschluss aber auch anderen Personen zugewiesen werden kann

Oberbegriffe

  • Recht

Charakteristische Wortkombinationen

  • das Sorgerecht für jemanden bekommen/erhalten/haben; jemandem das Sorgerecht einräumen/entziehen; das Sorgerecht auf jemanden übertragen

Beispiel

  • „Auf Wunsch ihres Sohnes wurde das Sorgerecht vor zwei Jahren wieder auf sie übertragen; …“

Sorgerecht und Aufenthaltsbestimmungsrecht – Was ist der Unterschied?

Der Hauptunterschied zwischen Sorgerecht und Aufenthaltsbestimmungsrecht

ist:

“Sorgerecht”: recht, alle wichtigen Entscheidungen für Minderjährige zu treffen, das in der Regel den Eltern zusteht, durch Gerichtsbeschluss aber auch anderen Personen zugewiesen werden kann
“Aufenthaltsbestimmungsrecht”: verfügungsgewalt über den Wohnort von Minderjährigen oder Betreuten

Sorgerecht

Aufenthaltsbestimmungsrecht

Substantiv

  • Recht, alle wichtigen Entscheidungen für Minderjährige zu treffen, das in der Regel den Eltern zusteht, durch Gerichtsbeschluss aber auch anderen Personen zugewiesen werden kann

Oberbegriffe

  • Recht

Charakteristische Wortkombinationen

  • das Sorgerecht für jemanden bekommen/erhalten/haben; jemandem das Sorgerecht einräumen/entziehen; das Sorgerecht auf jemanden übertragen

Beispiel

  • „Auf Wunsch ihres Sohnes wurde das Sorgerecht vor zwei Jahren wieder auf sie übertragen; …“

Substantiv

  • Verfügungsgewalt über den Wohnort von Minderjährigen oder Betreuten

Beispiel

  • „Um eine kontinuierliche Erziehung zu gewährleisten, kann es erforderlich sein, das alleinige Sorgerecht und insbesondere das Aufenthaltsbestimmungsrecht einem anderen Elternteil als dem vom Kind gewünschten zu übertragen.“
  • „Nach ausführlicher Darstellung der spanischen Rechtslage kam es zum Ergebnis, dass die Übertragung der ‚Sorge‘ als Teil der beiden Eltern zustehenden elterlichen Gewalt der Mutter nicht das alleinige Aufenthaltsbestimmungsrecht eingeräumt habe.“
  • „Abgesehen davon, dass das Kind ja auch im elterlichen Haushalt etwas essen und sich ankleiden müsste, die durch den Auszug verursachten Mehrkosten demnach nur in der (nunmehr zusätzlich notwendigen) Wohnversorgung liegen könnten, ist beim volljährigen Kind zu berücksichtigen, dass den Eltern kein Aufenthaltsbestimmungsrecht mehr zusteht; das heißt, dass das Kind aus der elterlichen Wohnung ausziehen kann und sich sein Naturalunterhaltsanspruch dadurch in einen Geldunterhaltsanspruch umwandelt.“
  • „Die Angehörigen beantragen das Aufenthaltsbestimmungsrecht, um so eine Handhabe zu erhalten, die widerstrebende Mutter in ein Altenheim bringen zu können.“