Tora und Talmud – Was ist der Unterschied?

Der Hauptunterschied zwischen Tora und Talmud

ist:

“Tora”: jüdische Religion: alternative Schreibweise von Thora
“Talmud”: ohne Plural nachbiblisches Hauptwerk des Judentums in Form einer Schriftensammlung, entstanden in mehrhundertjähriger mündlicher und schriftlicher Überlieferung, bestehend aus der »Mischna« und der auf ihr aufbauenden »Gemara« – das Werk liegt in zwei Fassungen vor, der des älteren Jerusalemer beziehungsweise palästinischen Talmuds und der des umfangreicheren und verbindlicheren babylonischen Talmuds

Tora

Talmud

Substantiv

  • jüdische Religion: alternative Schreibweise von Thora

Beispiel

  • „Im Kanon der Juden hat die Tora bei weitem den 1. Rang gegenüber den Propheten und “Schriften”, die nur als Ergänzung zu ihr verstanden wurden und ihre Autorität aus der Übereinstimmung mit ihr empfingen.“
  • „Die wichtigsten Gebote der Tora sind in dieser rabbinischen ebenso wie in der urchristlichen Tradition die Zehn Gebote und das Gebot der Nächstenliebe.“
  • „Bei einem anderen Paket beschrieb Helena ihn mit Bart, Schläfenlocken, einer Kippa auf dem Kopf und mit großen, braunen Augen, klug, jemand, der die Tora kannte und ihre Gebote erfüllte.“

Substantiv

  • ohne Plural nachbiblisches Hauptwerk des Judentums in Form einer Schriftensammlung, entstanden in mehrhundertjähriger mündlicher und schriftlicher Überlieferung, bestehend aus der »Mischna« (Rechtssammlung in Hebräisch) und der auf ihr aufbauenden »Gemara« (Diskussion und Kommentar in Aramäisch) – das Werk liegt in zwei Fassungen vor, der des älteren Jerusalemer beziehungsweise palästinischen Talmuds und der des umfangreicheren und verbindlicheren babylonischen Talmuds
  • Exemplar des unter beschriebenen Werks

Oberbegriffe

  • Religionsbuch, Schriftensammlung, Schriftwerk

Unterbegriffe

  • babylonischer Talmud, Jerusalemer Talmud/palästinischer Talmud
  • Sedarim: Kodaschim, Moed, Naschim, Nesikin, Seraim, Toharot
  • Agade/Aggada/Haggada, Halacha

Charakteristische Wortkombinationen

  • im Talmud lesen, den Talmud studieren

Wortbildungen

  • :Adjektive: talmudisch, talmudistisch
  • :Substantive: Talmudausgabe/Talmud-Ausgabe, Talmudgelehrter/Talmud-Gelehrter, Talmudismus, Talmudist, Talmudschule/Talmud-Schule, Talmudschüler/Talmud-Schüler, Talmudstudium/Talmud-Studium, Talmud-Thora-Schule/Talmud-Tora-Schule

Beispiel

  • „Dem Mitherausgeber der kritischen Kafka- Ausgabe Jost Schillemeit war vor allem im – Roman «diese ständige Wiederholung des Gleichen ohne jeden sichtbaren Fortschritt, dieses Auf-der-Stelle-Treten» aufgefallen; hier im Talmud finden wir – fand – genau dasselbe: ständige Wiederholungen gleicher oder ähnlicher Sätze oder Satzteile, unterschiedliche Lösungen der Fragen, die in ihrer Widersprüchlichkeit vorgetragen werden ohne dass ein Ende gefunden wurde. Ob Kafka in seiner Schreibweise durch den Talmud bestärkt wurde, bleibt allerdings eine Entscheidung jedes Interpreten.“
  • „Der Exodus der Juden aus Mesopotamien, deren Präsenz dort bis zur Zerstörung des ersten Tempels im Jahre 587 v. Chr. zurückreicht, wäre noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts undenkbar gewesen. Hier ist der Talmud entstanden, wurden jüdische Gesetze abgefasst.“
  • „Er glaubte nicht an den Pentateuch, war aber der Meinung, daß Gott im Talmud gegenwärtig sei.“
  • „Das strenge Studium des Talmuds führt dazu, dass immer wieder die Grenzen der Gebote und Verbote ausprobiert werden.“
  • „In diesen beiden hebräisch durchmischten aramäischen Dialekten sind auch die beiden Talmude, der Jerusalemer und der babylonische, niedergelegt.“
  • „Unter der geistigen Führerschaft der ‚Rabbinen‘, der selbst ernannten Elite des Judentums, entstanden Werke, die bis in die Gegenwart das Selbstverständnis des Judentums prägen sollten – als das bekannteste und einflussreichste der Talmud oder genauer die beiden Talmudim: der palästinensische und der babylonische Talmud.“
  • „Der (auch fiskalisch motivierte) zunehmende Antijudaismus gipfelt 1242 im Autodafé von 24 Wagenladungen Talmuden und 1290 in der Verbrennung des der Hostienschändung bezichtigten «Juif Jonathas».“