Willkürlich und Unwillkürlich – Was ist der Unterschied?

Der Hauptunterschied zwischen willkürlich und unwillkürlich

ist:

“willkürlich”: nur seinem Willen folgend, diktatorisch
“unwillkürlich”: ohne es zu wollen oder beabsichtigt zu haben, unbeabsichtigt

willkürlich

unwillkürlich

Adjektiv

  • nur seinem Willen folgend, diktatorisch (Urteile, Entscheidungen)
  • frei gewählt (Definitionen, Festlegungen)
  • willentlich herbeiführbar (Handlungen, Körperfunktionen)
  • Linguistik: nicht auf Ähnlichkeit beruhend

Synonyme

  • diktatorisch, par ordre du mufti, nach Lust und Laune
  • definitorisch, per definitionem
  • willentlich, bewusst
  • arbiträr

Gegenwörter

  • unwillkürlich

Charakteristische Wortkombinationen

  • willkürliche Festlegung/Festsetzung

Wortbildungen

  • Willkürlichkeit

Beispiel

  • „Neben Beschränkungen der Sportarten selbst beispielweise war das im Westen, aber auch in Polen und der Tschechoslowakei sehr populäre Drachenfliegen in der DDR verboten, wurden manche der stadtnahen Flugplätze wie Saarmund und Eggersdorf willkürlich wegen Fluchtgefahr geschlossen.“
  • Mangelhafte Gesetzestexte öffnen willkürlichen Entscheidungen Tür und Tor.
  • Willkürlich wurde der Nullmeridian genau auf die Sternwarte in Greenwich gelegt.
  • Manche Menschen können willkürlich mit ihren Ohren wackeln.
  • Das Verhältnis zwischen Bedeutung und Form eines Wortes kann willkürlich sein wie bei „Stuhl“, „Tisch“, „Wald“; in solchen Fällen kann man aus der Wortform nicht auf die Bedeutung der Wörter schließen; anders verhält es sich bei Wörtern wie „Kuckuck“, „Uhu“, „Zilp-Zalp“.

Adjektiv

  • ohne es zu wollen oder beabsichtigt zu haben, unbeabsichtigt

Gegenwörter

  • absichtlich, beabsichtigt, willkürlich

Beispiel

  • Nachdem er beleidigt wurde, schlug er unwillkürlich zu.
  • Unwillkürlich kam ihm der Gedanke, aus der Situation einen Vorteil zu ziehen.
  • „Mit bedächtigen Bewegungen, die Augen schmal und die Lippen leicht gespitzt, lud er die Waffe: Er schob eine Patronenkassette in den Lauf, dann zog er den Wagen nach hinten und ließ ihn zurückschnellen – etwas, das man so oft in Filmen gesehen hatte, daß man sich, so kam es ihm vor, unwillkürlich wie ein Schauspieler fühlte, wenn man es vollzog.“
  • „Da der mühevolle Anstieg zunächst eher Unlust und sogar Qual bereitet, als dass er vergnüglich wäre, drängt Petrarca in seinem Steigverhalten unwillkürlich immer wieder auf den flacheren Weg.“